Narrenwelt

Wenn Heinrich um sieben zur Arbeit geht, ist die Wohnung am ruhigsten. Eine halbe Stunde lang ist erst einmal nichts zu hören. Dann geht es los: Der Aufzug rumpelt in einem fort, weil die Leute zu bequem sind, Treppen zu laufen und sich lieber in einen Holzkasten zusammenpferchen lassen, um bloß keinen Schritt zu tun. Besonders schlimm ist es, wenn die Familie im obersten Stockwerk aufbricht. Weiterlesen

Der weise Narr

Er nahm den Besen in die Hand. Er griff nach dem Eimer mit dem Putzlappen  und stellte alles sorgfältig nebeneinander vor die Tür. Er prüfte noch einmal, ob er auch alles dabei hatte. In seinem Kopf hakte er die Liste noch einmal Punkt für Punkt ab. Er nahm seinen grauen Kittel vom Haken neben der Tür, warf ihn sich über und sah in den Spiegel neben dem Kleiderhaken: Weiterlesen

24. November 2012 – Eichhörnchen schreibt weiter

Liebe Leser,

ich hatte mir vorgenommen aus diesem Blogroman einen Buchroman zu machen, bis Ende diesen Jahres. Nun: Der Plot ist fertig. Mit dem Buch wird es eng. Aber so ist es leider manchmal mit der Schriftstellerei: Wenn man nicht aufpasst, und sich mit einem Jahresvorrat an Lebensmitteln hinter seinem Schreibtisch verbarrikadiert, kommt der beste Freund des Schriftstellers: Weiterlesen

13.11.2009 – Nicht zurück gehen

CIMG4842Erschöpft von dem Spurt lasse ich mich auf eine Bank fallen. Es braucht ein paar Minuten, bis ich überhaupt etwas anderes höre, als das Pochen meines Herzens. Dann lausche ich in die Nacht. Was ist zu tun? Mein Gepäck steht noch in Felix’ Wohnung. Finde ich wieder dorthin? Weiterlesen

13.11.2009 – Nur weg!

Wir wollen nicht nach hause. Ich will nicht nach hause. Ich will nicht dahin zurück, wo meine Taschen stehen. Ich würde nur dasitzen können, die Uhr anstarren, die Taschen, Sébastien und darauf warten, dass die Zeit ablaufen würde, und ich in zum Bahnhof gehen und in den Zug nach Bordeaux steigen kann. Weiterlesen

13.11.2009 – Alles bleibt gleich

«Ich werde morgen Abend nicht mehr bei dir sein.»

«Du willst nach Bordeaux fahren.»

«Und von da zurück nach Hause, nach Mannheim.»

«Ja, das hast du beschlossen.»

«Ich werde dich nicht mehr wiedersehen können.» Weiterlesen

13.11.2009 – Nothing Toulouse

In den Straßen draußen ist es kalt und ungemütlich feucht. Trotzdem schlängeln sich viele Leute den Weg durch die schmalen Straßenzüge. Sébastien zieht mich durch die Straßen und ich folge. Wir sind in der Nähe des Canal de Midi, aber das ist man ja überall in Toulouse. Weiterlesen

13.11.2009 – Ein letztes Mahl

Ich gebe nach, lasse ihn. Wir liegen auf dem Bett. Es ist anders als beim letzten Mal. Wir liegen nur da, sehen uns an. Wir berühren uns nicht. Niemand sagt ein Wort. Wir sehen uns in die Augen, wir verstehen uns auch so. Ich betrachte seinen Körper, der morgen nicht mehr mir gehören wird, der schon jetzt nicht mehr der Meine ist. Weiterlesen

13.11.2009 – Aux Larmes Après la Bataille

Die Stille, die sich bei dem Frühstück zwischen uns breit gemacht hat, verschwindet, als die Tür zu Felix’ Wohnung hinter uns ins Schloss fällt. Wir sind beide noch sehr verschlafen von der letzten Nacht. Ich will nur ins Bett und schlafen, so müde bin ich.

«He!» ich komme nur ein zwei Schritte weit in Richtung Schlafzimmer, bevor Sébastien mich am Arm packt und festhält. Weiterlesen